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Bredenbeck

Immer laufenswert: der Bredenbecker Deister-Zwanni

Zumindest die “Kilometerfresser” bei der Winterlaufserie der SG Bredenbeck kennen sie bestimmt: die 20-km-Runde vom Bredenbecker Sportplatz zur Wennigser Mark und zurück. Eine Runde, die zu jeder Jahreszeit gelaufen werden kann und sicherlich ein wenig Abwechslung in den Trainingsalltag bringt. Ich habe sie gerade für Euch getestet. Hier kurz meine Eindrücke

Auf geht’s; Waldparkplatz Bredenbeck - Uhr auf Null. Vom Sportplatz nach Nordwesten am Waldrand entlang. Der Boden ist wegen der ergiebigen Regenfälle sehr aufgeweicht; in den bekannten Schlammkuhlen bleibt heute kein Schuh sauber. Zumindest habe ich Glück, dass keine Schafherde den Weg am Waldrand aufwühlt (kann durchaus passieren!). Ich folge der in Insiderkreisen bekannten, mit roten Pfeilen markierten Deisterstrecke mit ihren Aufs und Abs am Waldrand entlang, Richtung Argestorf. Am Hochsitz in den Wald hinein und den Wegweisern folgend. Ein angenehmes Stück durch einen alten Nadelwald, dann ein etwas holpriger Abschnitt über gewalzten Bauschutt. Ein breiter Weg vor mir: rechts geht’s nach Argestorf runter, aber ich muss links hoch (uff!), zum Glück nur ein kurzes Stück, dann geht es etwas bergab nach rechts.

Nach 25 Minuten am Wassertretbecken links ab. Der Weg wird etwas naturbelassen; ich muss auf Wurzeln achtgeben. Kurzer Aufstieg, dann erst Orientierung: ein Stück rechts, dann wieder links. Ein Läufer kommt mir entgegen und grüßt freundlich ( - wie Harleyfahrer - geht‘s mir durch den Kopf, die große Läuferfamilie). Erstmal aber mächtig bergauf (ich erinnere mich: bei meinem letzten Lauf während der Winterserie lag hier oben sogar etwas Schnee). Der Anstieg scheint kein Ende zu nehmen. Doch – nach etwa 15 Minuten wird der Weg eben, obwohl ich den Kamm noch nicht erreicht habe. Rechts ein Gedenkstein: “Warte nur, balde..”, droht Goethe, “ruhest Du auch!”. Ruhe? Ach wat, JoWo, etwa 12 Kilometer muss ich noch...

Wenig später: 50 Minuten, also etwa die Hälfte. Ich bin bei den Wennigser Wasserrädern angekommen. Im Sommer ertönt hier ein munteres “Pingpank, Pingpank”, aber jetzt nur leises Plätschern. Klar: die Wasserspiele werden im Winter abgebaut. Die Strecke geht bergab, für meinen Geschmack etwas zu steil. Links ein kleiner Teich, rechts ein Wegweiser “Argestorf 4 km”. Das meint mich. Der kleine rote Pfeil am Wegweiser gibt mir Gewissheit. Ein schöner Streckenabschnitt führt jetzt schnurgerade mit leichtem Gefälle durch den Wald. Viele Spaziergänger sind hier unterwegs, vielleicht kehren sie nach der kleinen Wanderung im Waldkater ein. Auf mich wartet in Bredenbeck ein Müsliriegel und eine Flasche Mineralwasser. Weiter!

Klettergerüste – Schwebebalken – die Ruinen eines alten Trimmpfades künden von der Fitness-Bewegung der frühen Siebziger. Trimmi lässt grüßen, Daumen hoch!. Jetzt aber weiter. Wieder ein Holzeinschlag; der Duft von Nadelholz liegt in der Luft. Ich atme tief ein. Es tut gut! Vor mir quert ein breiter Weg. Links oder rechts – kurz orientieren – der Weg ist mir seltsam vertraut. Ach ja: links geht’s zur Reichseiche. Hier ist Halbzeit auf der üblichen 11,4 km-Runde. Ein Blick auf die Uhr: Eins-Zehn, na ja.... Wollen mal sehen, was dabei rauskommt. Am Forsthaus in Argestorf dann wieder die Gretchenfrage: Hoch oder runter? Ich entscheide mich Richtung Argestorf zu laufen, nicht allein des fantastischen Ausblickes wegen. Gehrdener Berg, die Silhouette Hannovers in der Ferne und rechts der Vörier Berg mit den vier Windrädern; ich geniesse es. Zurück geht es auf gewohnten Pfaden zum Bredenbecker Sportplatz. Ich beisse in den Müsliriegel. Die Zeit? Egal. Laufen ist Lebensfreude!

Jürgen Haß

 

 

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